Rosbach vor der Höhe, 2. März 2026 – Wer in diesen Wochen durch Rosbach geht, blickt auf jede Menge mit Plakaten verzierte Laternenmasten. Der aktuelle Kommunalwahlkampf wird zunehmend als reine Materialschlacht im Straßenbild ausgetragen. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Rosbach kritisieren diese Entwicklung und fordern ein Umdenken. So könnten die Parteien und Gruppierungen, die in Rosbach zur nächsten Wahl antreten, freiwillig eine Höchstzahl von Plakaten pro Stadtteil vereinbaren.
„Das wäre nicht nur ein Beitrag zum Umweltschutz, die einzelnen Plakate würden wahrscheinlich auch eher wahrgenommen werden,” erklärt Marc Schäfer, Vorstandssprecher der Rosbacher Grünen. „Wir vermuten, dass sich niemand über ein Bekenntnis zu deutlich weniger Plakaten beschweren würde.”
In der Vergangenheit wurden Anträge, die auf eine Einschränkung der Plakatierung im Stadtgebiet abzielten, von der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt. „Das lag auch daran, dass Zweifel bestanden, ob eine behördliche Begrenzung mit einer Satzung rechtlich zulässig ist. Unserer Meinung nach könnte eine freiwillige Vereinbarung dieses Problem pragmatisch lösen. Es setzt allerdings voraus, dass alle mitmachen,” so Beate Roth, Kandidatin für die Stadtverordnetenversammlung und ehemalige Verwaltungsrichterin.
Die Grünen haben sich bewusst für umweltfreundliche und im Altpapier recycelbare Plakate aus Pappe entschieden. Die von allen anderen in Rosbach antretenden Parteien und Wählergemeinschaften verwendeten branchenüblichen Plakate aus Kunststoff verursachen nach dem Wahltag jede Menge schwer recycelbaren Plastikmüll.
„Traditionell sind wir etwas zurückhaltender mit der Plakatkampagne. Es geht um den bewussten Ressourcen-Einsatz, um unsere Themen zu präsentieren. Nicht so sehr darum, möglichst an jeden verfügbaren Laternenmast ein Plakat zu hängen. Wir verzichten auch in diesem Wahlkampf auf bedrucktes Plastik. Es gibt großartige Plakate aus Pappe, die im Altpapier recycelt werden können. Sie halten auch unseren winterlichen und nassen Wetterbedingungen stand,” ergänzt Betina Quägber-Zehe, Vorstandssprecherin des Grünen Ortsverbands.
Auch die Stadtverwaltung könnte von einer Selbstbeschränkung profitieren, weil bei weniger Plakaten insgesamt auch weniger Beschwerden über nicht regelkonform angebrachte Plakate bearbeitet werden müssten.
Grünen-Kandidatin Uta Meissner richtet den Blick abschließend auf die anstehende Entscheidung am Wahltag: „Die Bürgerinnen und Bürger erwarten pragmatische Lösungen und zukunftsgerichtete Politik für Rosbach – keinen Plastikmüll an jedem Laternenpfahl. Wer ein Zeichen für inhaltliche Substanz und echten Umweltschutz setzen möchte, hat am 15. März die Wahl.“