Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen Bielefeld 11 2019

Nachlese: Die Wetterau auf der Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen in Bielefeld

Am vergangenen Wochenende (15. bis 17. November) dominierte in Bielefeld die Farbe Grün. Delegierte der Kreisverbände von Bündnis 90/Die Grünen waren aus allen Richtungen der Republik in der Bielefelder Stadthalle zusammengekommen, um über Chancen und Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft zu sprechen und entsprechende Maßnahmen zu definieren.

Für den Wetteraukreis nahmen Sabine von zur Mühlen (Butzbach), Carl Cellarius (Friedberg) und Michaela Colletti (Rosbach v.d.H.) am Diskurs teil. Bereits im Vorfeld der Konferenz hatten die Orts- und Kreisverbände mit viel Engagement erarbeitete Anträge zur Debatte eingereicht und trugen somit erfolgreich zur Festlegung des „grünen“ Kurses für die kommenden Jahre bei. Ein Schwerpunktthema war dabei der Bodenschutz und die klare Positionierung gegen eine zunehmende Versiegelung der Flächen. Die Bewahrung des ökologischen Gleichgewichts und der Vielfalt von Flora und Fauna ist eine wichtige Prämisse, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Weitere inhaltliche Schwerpunkte der Konferenz waren die Themen Nachhaltiges Bauen, Mobilitätswende, Erneuerbare Energien, soziale Gerechtigkeit und Tierwohl.

Die Bundesvorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck wurden mit viel Applaus und großer Mehrheit in ihren Ämtern bestätigt. So berichtete Baerbock unter anderem von ihren Gesprächen mit den Arbeitern im Kohlebergbau in der Lausitz und den Ängsten vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. „Wir müssen die Ängste dieser Menschen ernst nehmen und gemeinsam den Wandel in der Arbeitswelt meistern“, lautete die Antwort der Vorsitzenden. Von grundlegender Relevanz sind hierbei die Förderung und Unterstützung nachhaltiger Energien und die Innovationskraft der Wirtschaft. Dies ist für die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland unerlässlich.

Habeck forderte mit Nachdruck dazu auf, das Gespräch mit allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu suchen. Beispielhaft führte er die Handwerker und Handwerkerinnen auf, die sich den Herausforderungen einer nachhaltigen Bauwirtschaft tagtäglich stellen.

Um dieser Verantwortung für die Auseinandersetzung mit allen Gruppen und Generationen unserer Gesellschaft Rechnung zu tragen, ermutigen die Grünen alle Leserinnen und Leser aktiv zu werden. In diesem Zusammenhang laden die Rosbacher Grünen monatlich zum Offenen Stammtisch ein. Das nächste Treffen findet am 11. Dezember um 20:00 Uhr in der Gaststätte Müllers im Bürgerhaus Rodheim statt.

Grünenschelte und Bürgermeisterkritik 12 2019

Grünenschelte gepaart mit Bürgermeisterkritik zum Weihnachtsfest

Lichter funkeln. Die letzten Geschenke werden gekauft. Es duftet nach Glühwein und Plätzchen. Und das Haus wird für die Feiertage geschmückt.

Bei einem guten Glas Wein wird dann mancherorts Jahresbilanz gezogen. So (oder ähnlich) muss es wohl auch bei einigen Vertretern der lokalen Rosbacher Partei „Stimme“ geschehen sein. Anders können sich die beiden Grünen Fraktionsmitglieder des Rosbacher Ortsverbands Betina Quägber-Zehe und Michaela Colletti die beiden in der vergangenen Woche in der Presse veröffentlichten Artikel besagter Partei nicht erklären.

Für die bundesweit aktive Partei Bündnis 90/Die Grünen fielen der Jahresrückblick und insbesondere das Resümee der beiden letzten Dezemberwochen durchaus positiv aus. Dank des Einsatzes von Anton Hofreiter und Winfried Kretschmann wird ab 2021 der Ausstoß einer Tonne CO2 im Gebäude- und Verkehrssektor 25,00 Euro kosten und auch die bereits seit August 2018 geforderte Senkung der Mehrwertsteuer auf Bahntickets im Fernverkehr wird zum 1. Januar 2020 umgesetzt.

Vielleicht war es diese Nachricht die den Vorsitzenden der Stimme dazu veranlasste, der Grünen Fraktion in Rosbach beim Thema Offener Bücherschrank zu unterstellen„auf einen fahrenden Zug gesprungen zu sein.“

Es war gar die Rede davon, dass die Grünen vermeintlich vorgäben den Offenen Bücherschrank erfunden zu haben. Die Vorstandssprecherin des Ortsverbandes Michaela Colletti sagte dazu: „ Laut Wikipedia gab es am 28. Oktober dieses Jahres alleine in Deutschland sage und schreibe 1.933 Offene Bücherschränke. Leider steht kein Exemplar davon in Rosbach. Aus diesem Anlass haben wir am 10. Dezember einen Antrag dazu in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen.“

Die Fraktionsvorsitzende Quägber-Zehe fügte erläuternd hinzu: „Bei der Vielzahl an Bücherschränken, die man allerorts sehen kann, ist es nicht verwunderlich, dass das Thema offensichtlich auf parteiübergreifendes Interesse stößt. Das Engagement der Stimme für die Aufstellung eines Bücherschrankes in einem Stadtteil begrüßen wir sehr. Wir möchten mit unserem Antrag jedoch erreichen, dass in allen drei Stadtteilen Rosbachs Offene Bücherschränke zugänglich werden, die dann für alle Bürgerinnen und Bürger zu Fuß erreichbar sind.“

„Sicherlich haben wir Grünen den Offenen Bücherschrank ebenso wenig erfunden wie die Stimme den Klimaschutz, denn für dieses Thema lag der Stadtverordnetenversammlung ein Antrag der Stimme zur Abstimmung vor,“ fügte Colletti lachend hinzu.

Klima- und Umweltschutz lassen keinen Aufschub zu. Leere Worte und Schaukastenanträge sind hier wenig zielführend. Alle Gremien und Mandatsträger*innen sind hier gehalten, dringend Maßnahmen vorzuschlagen, umzusetzen und zu fördern, die eine nachhaltige positive Wirkung versprechen.

„Wir freuen uns über die gute Zusammenarbeit mit dem BUND und planen im kommenden Jahr einen stärkeren Austausch mit dem NABU. Wir begrüßen den Einsatz der beiden Naturverbände auf lokaler und globaler Ebene und sprechen den ehrenamtlichen Vertretern unseren Dank aus für alle Initiativen, die uns helfen, Zusammenhänge besser zu verstehen, um Maßnahmen zum Schutz der Umwelt einzuleiten,“ betonte Colletti.

„Auch in Bürgermeister Steffen Maar haben wir einen kompetenten Ansprechpartner auf Seiten der Stadtverwaltung, der stets ein offenes Ohr für unsere grünen Themen hat. Als gelernter Förster hat für ihn der Schutz von Flora und Fauna oberste Prämisse. Die Kritik der Stimme an seiner Arbeit ist daher für uns gänzlich unverständlich,“ erläuterte die Fraktionsvorsitzende.

Im Kampf gegen den Borkenkäfer setzt die Stadt Rosbach im Gegensatz zu den Nachbargemeinden keine Insektizide ein. Die befallenen Fichten werden schnellstmöglich aus dem Wald verbracht, so dass dem Borkenkäfer die Lebensgrundlage entzogen wird. Anschließend werden die Flächen nicht neu aufgeforstet. Im Zuge der gelenkten Sukzession wird auf natürliche Wiederbewaldung gesetzt. So wird die Entstehung naturnaher Mischwälder unterstützt. Fehlstellen können beispielsweise mit Esskastanien, Eichen und Douglasien komplementiert werden.

„Dank der Unterstützung unseres Bürgermeisters konnten wir im Rahmen unserer Laubkehraktion auf dem kleinen Park in Nieder-Rosbachs Mitte gemeinsam mit Mitarbeitern des Bauhofs auf die oftmals tödliche Gefahr von Laubbläsern und Laubsaugern für ökologisch sinnvolle Insekten und andere kleine Lebewesen hinweisen,“ sagte Michaela Colletti

Auch im Stadtbereich setzen Grüne und Bürgermeister auf mehr Grün. Im Rodheimer Seelhof wirkt man gezielt den Versäumnissen der Vergangenheit entgegen. Erste Bäume wurden gepflanzt und im Frühjahr werden weitere Pflanzen folgen. An anderen Stellen entstanden Bienenweiden und Grünstreifen. Auch im Industriegebiet wurden die Gewerbetreibenden mit Erfolg angehalten, ihren Auflagen zur Begrünung der Grundstücke nachzukommen. Bündnis 90/Die Grünen freuen sich über diese Maßnahmen und planen weitere Aktionen für 2020.

„Wir möchten uns im Neuen Jahr insbesondere dem Thema Energie widmen und hierzu auch die Beratung unseres Grünen Kreisverbandes suchen. Weiterhin forcieren wir die Umsetzung unseres Antrages für den Einsatz von Mehrweggeschirr bei öffentlichen Veranstaltungen der Stadt. Dieser war im Sommer von den Stadtverordneten mit knapper Mehrheit angenommen worden,“ erläuterte die Fraktionsvorsitzende.

Ist die Jagd noch zeitgemäß? 2019

Ein Rosbacher Zukunftsforscher begibt sich auf eine Reise in die Gegenwart.

Immer wieder war die Jagd in den letzten Monaten Thema auf den Offenen Grünen Stammtischen des Rosbacher Ortsverbands Bündnis 90/Die Grünen. Jetzt im Herbst, wo die Schüsse bis in den Ort zu hören sind, gewinnt die Diskussion noch mehr an Aktualität. Daher wollte man sich nun vor Ort eine Meinung bilden. Michaela Colletti, Vorstandssprecherin des Ortsverbandes, kontaktierte Rosbachs Bürgermeister Steffen Maar, der prompt einwilligte und eine Einladung zur Jagd aussprach.

Am Wochenende war daher ein Rosbacher Zukunftsforscher Gast auf einer Treibjagd im Rosbacher Wald, um sich vor Ort einen Eindruck zu verschaffen.

Am vergangenen Wochenende wurde es laut im Wald. Herbst ist Jagdzeit. Laut hallten unzählige laute Schüsse durch den Wald. Während die Jagdgesellschaft des Zukunftsforschers gezielte Schüsse setzte, hagelte es im Nachbarrevier Schussgewitter. Für die Treibjagd wurde dort eine Meute mit rund 15 Terriern nebst eigenen Dackeln eingesetzt, die das Wild durch den Wald und vor die Flinten der Jäger scheuchten. Daraus leitet sich für die Kommunalpolitik durchaus die Lehre ab, dass die Sensibilisierung der Jagdpächter für Ihre Verantwortung als Jäger unabdingbar ist. Auch neutrale Beobachter wären für alle Jagdgänge wünschenswert.

Hierzu einige Gedanken des Zukunftsforschers im Spannungsfeld von Tradition, Umwelt und Zukunft.

Als Zukunftsforscher gilt sein Einsatz explizit den besseren Zukünften. Zukunft ist pluralistisch, weil Zukunft noch nicht festgeschrieben steht, und somit viele verschiedene mögliche Versionen, Meinungen, Ideen, Wahrscheinlichkeiten und Vorstellungen vorherrschen. Eine sich offenbarende und anbahnende, bereits existierende Gegenwart ist aber die des Artensterbens. Der Eingriff des Menschen in die Ökosysteme ist unbestritten, nimmt mittlerweile sogar sehr kritische Ausmaße an. Über das letzte Jahr hinweg haben wir aufgrund des Waldsterbens schätzungsweise 10 Millionen Bäume alleine in der Bundesrepublik verloren. Wenn einschneidende Eingriffe in komplexe Systeme unternommen werden, verliert ein System an Widerstandsfähigkeit. Erst jetzt fangen wir an zu lernen, wie die Jahrmillionen an Jahren der sich zeitlich bewährten Permutationen in der Natur in Abhängigkeiten und Interaktionen zueinander stehen.

Das wahrscheinliche Aussterben der Bienen z. B. könnte bedeuten, dass wir über die nächsten 15 Jahre 80 % unserer Lebensmittelversorgung verlieren werden. Wir gehen leider noch nicht sehr intelligent mit unseren Fähigkeiten um, Einfluss auf die Umwelt auszuüben. Die Jagd im Forst, die sich als Säuberungsaktionen versteht, ist da keine Ausnahme. Das muss aber nicht so bleiben.

Natürlich kann man die Rituale, die Gemeinschaft, die Tradition und die Zusammengehörigkeit, die mit der Jagd einhergehen, verstehen. Aber die Frage muss gestattet sein, ob die Jagd, wie sie heute noch stattfindet, überhaupt zeitgemäß ist. Und vor allem, ob die Jagd als “Luxussport” in der Dezimierung der Großwilds – Großwild als wesentlicher Bestandteil des Waldes in seiner Biodiversität – überhaupt unsere eigene Zukunftsfähigkeit garantiert.

Es gibt bekanntermaßen in der Zukunftsforschung eine sogenannte Doomsday Clock. Diese Uhr zeigt an, wie nahe wir vor menschengemachten globalen Katastrophen stehen. Momentan steht die Uhr auf 2 vor 12. Der Umweltfaktor wird demnach immer noch unterschätzt. Funktionierende Ökosysteme erfordern das Zusammenspiel der Arten. Nimmt man ein oder zwei Glieder dieser Kette heraus, können diese Systeme ganz schnell kollabieren.

Momentan müssen wir uns Gedanken machen, ob wir in 5, 10, 15 oder 20 Jahren überhaupt noch die für das Leben und unser Überleben notwendigen Ökosysteme zur Verfügung stehen haben werden. Das Atmen im 21. Jahrhundert, im Zeitalter des Pyrozäns, der brennenden Wälder, der umkämpften Ölfelder, der nicht mehr zeitgemäßen Verbrennungsmotoren, der giftigen Lithiumbatterien, der aus dem auftauenden Permafrost austretenden Methanblasen, der an Sauerstoffgehalt verlierenden, übersäuerten Ozeane, könnte schwierig werden. Umweltschutz fängt nicht woanders an, sondern vor der eigenen Haustür, im eigenen Haushalt, im Kopf der Menschen, in der Veränderung der Sichtweisen.

Mit Neuropolitik und medizinischer Geographie (Geohealth) können wir ein Verständnis etablieren, wie funktionierende Ökosysteme, also kontaminationsfreie Atemluft, begrünte Lebensorte, der Mikroorganismus Erde als Grundlage für florierendes Wachstum, von Toxinen freies Grundwasser, insgesamt für gesunde Körper und einen gesunden Menschenverstand sorgen können. Der Saftfluss der Bäume kann gemessen werden, um die Trockenheit im Wald frühzeitig zu erkennen. Permakultur-Design kann als nachhaltige Architektur eingesetzt werden. Die Bedingungen für die Aufnahmefähigkeit des Erdbodens von Wasser kann erforscht werden. Interaktionen und Verhaltensweisen des Großwilds und die damit verbundenen, vorteilhaften Auswirkungen und positiven Veränderungen für das komplexe System des Waldes können weiterentwickelt werden und sogar gezielt zum Einsatz kommen. Biomimetik dient uns als intelligente Designvorlage um bessere Systeme zu kreieren. All das ist möglich, wenn man nur diesen Fortschritt will. Fortschrittsfeindlichkeit kann uns aber auch ganz schnell in das düstere Mittelalter, und gleichwohl in postapokalyptische Zukünfte katapultieren. Es ist eine Entscheidung, die wir jetzt treffen müssen. Wohin soll die Reise in die Zukunft gehen?

Einladung zum grünen Dialog

Bündnis 90/Die Grünen laden zum Dialog in der Rosbacher Wasserburg ein

Unser monatlicher offener Grüner Stammtisch wird am 28. August von 19.00 Uhr bis 20.00 Uhr in der Wasserburg in Nieder-Rosbach stattfinden.

Auf der Tagesordnung steht die Erörterung lokaler und globaler Themen, die uns bewegen. Anregungen und Kritiken des Juli-Stammtisches werden zusammengefasst und erste Ergebnisse präsentiert.

Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Rosbach herzlich ein, sich aktiv an unserem Ideenaustausch zu beteiligen.

Bürgermeister Steffen Maar hat anschließend zum Gespräch in der Wasserburg eingeladen, so dass wir diese Gelegenheit nutzen möchten, um aktuelle Fragen direkt vorzutragen.

Zum nächsten Grünen Stammtisch treffen wir uns am 18. September um 20.00 Uhr in der Gaststätte grasgrün in Rodheim.

Neuer Vorstand der Rosbacher Grünen

Neuer Rosbacher Ortsvorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Die Rosbacher Grünen haben einen neuen Vorstand. Die Mitgliederversammlung wählte am 29. Februar die Fraktionsvorsitzende Betina Quägber-Zehe (Hypothekenbankerin) und Michaela Colletti (Wirtschaftsdolmetscherin) zu ihren Sprecherinnen. Als drittes Mitglied im Vorstand übernimmt Beate Roth die Funktion der Schatzmeisterin.
Betina Quägber-Zehe ist seit 2006 Stadtverordnete. „Als geborene Rosbacherin fühle ich mich meiner Heimat sehr verbunden. Die Bandbreite an Aufgaben ist groß. Wir werden in den nächsten Tagen die Schwerpunkte unserer Arbeit festlegen.“
„Demokratie lebt vom Dialog. Oberste Priorität hat für mich das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Nur so können wir Ideen und Anregungen aufnehmen, Probleme erfassen und gemeinsam Lösungswege erarbeiten, vor Ort und auf übergeordneter Ebene. Wir sind stolz, dass wir am 13. März in der Adolf-Reichwein-Halle bei uns in Rosbach mit der Erstellung des Kreiswahlprogramms für die Kommunalwahl 2021 beginnen werden,“ sagte Michaela Colletti.
Die Juristin Beate Roth war von 2011 bis 2016 Stadtverordnete in Rosbach. Dank ihrer fundierten Kenntnisse und mehrjährigen politischen Erfahrung leistet sie einen außerordentlich wertvollen Beitrag für die Arbeit im Ortsverband.

Spendenaufruf für Italien

Guten Tag,

heute ist Ostermontag. Der letzte Feiertag eines sonnigen Osterfestes. Blumen und Bäume stehen in voller Blüte. Es duftet, summt, brummt und zwitschert. Frühling, ein wunderbares Gefühl. Aufbruch, Lebensfreude, Aufschwung, Geselligkeit.

Wir öffnen unsere Fenster und Türen. Da ist es wieder dieses ungute Gefühl. Uns begegnen Menschen mit Mundschutz und Handschuhen. Alle halten Abstand. Die Medien zeigen uns Kranke und Tote. In Bergamo bringt das Militär die Toten aus dem Krankenhaus. In New York stehen Zelte für die Versorgung der Kranken. Es fehlen Särge und die Krematorien sind überfüllt. In Indien demütigen Ordnungshüter Menschen, die gegen das Ausgehverbot verstoßen.

Der Coronavirus hat die Welt fest in Griff. Seuchen kannten wir hierzulande nur aus der Geschichte. Albert Camus beschrieb in seinem 1947 veröffentlichten Roman Die Pest, wie die schwarze Seuche in der algerischen Stadt Oran wütete und bereits viele Jahre zuvor, im Jahre 1827 veröffentlichte Alessandro Manzoni seinen Roman Die Verlobten, der von dem schwarzen Tod in Norditalien (insbesondere in Mailand und Bergamo) berichtet. Wer diese Bücher gelesen hat, erinnert sich wahrscheinlich sein Leben lang an die grauenvollen Beschreibungen. Und doch … all dies war für die meisten von uns bislang weit entfernt von jeglicher Realität.

Nun ist die Fiktion zur Wirklichkeit geworden. Die Auswirkungen für uns sind vielfältig und die Sorgen groß.

Ärzt*innen und Pflegepersonal arbeiten rund um die Uhr. In der Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung fehlen helfende Hände. Viele Geschäfte sind geschlossen und die wirtschaftlichen Konsequenzen rauben Inhaber*innen und Personal den Schlaf. Für Eltern ist es ein Kraftakt, Kinderbetreuung und Beruf gleichzeitig zu stemmen. Dies sind nur einige Beispiele. Die Aufzählung aller Nöte und Ängste ist lang. Wir nehmen die Sorgen ernst.

Wir danken allen die sich engagieren. Unser Dank gilt auch unserer Stadtverwaltung, die in diesen Tagen mit vielen hilfreichen Angeboten den Bürger*innen zur Seite steht.

Bedanken möchten wir uns auch bei Landes- und Bundespolitikern, die seit Wochen unter Hochdruck arbeiten. Tarek Al-Wazir und Thomas Schäfer haben gemeinsam mit ihren Teams einen Plan entwickelt, Kleinstunternehmen zu helfen und den größeren Unternehmen zur Seite zu stehen. Wir denken an diesem Osterfest auch an die Famile von Herrn Schäfer, der nicht mehr unter uns ist.

In den vergangenen Wochen hat sich unser Ortsverband für die Aufnahme von Kranken aus Italien eingesetzt. Wir sprechen unserem Gesundheitsministerium unseren Dank für die Bereitschaft, auch in Hessen französische Patient*innen und italienische Schwerkranke aus der hessischen Partnerregion Emilia-Romagna aufzunehmen.

Als überzeugte Europäer*innen sind wir der Ansicht, dass sich Grenzen in Zeiten der Not nicht schließen, sondern öffnen müssen. Das ist der europäische Gedanke und dafür stehen wir.

In der vergangenen Woche titelte Die Welt „Frau Merkel bleiben Sie standhaft“. Der Autor Christoph B. Schiltz schrieb, dass Gelder europäischer Finanzhilfen in Italien an die Mafia fließen würden. Die Antwort des italienischen Außenmistern Luigi di Maio lautete: „Wir wollen nicht, dass andere Länder unsere Schulden zahlen. Italien weint heute um die Coronavirus-Opfer, aber das Land trauerte und trauert auch heute noch um die Opfer der Mafia. Das ist nicht der Moment für solche polemischen Äußerungen.“ Es folgten Kommentare und – natürlich – der Angriff des italienischen Flügels auf uns Deutsche.

Wir schließen uns den Worten Di Maios an. Es kann und darf nicht sein, dass wir uns gegenseitig verletzen. Das gilt heute und für die Zukunft. Angesichts der tragischen Situation in Italien, der Toten und Kranken und der seit Wochen vollkommen am Boden liegenden Wirtschaft möchten wir uns dem Spendenaufruf des italienischen Generalkonsultats in Frankfurt anschließen:

Der italienische Zivilschutz „Protezione Civile“ hat ein Spendenkonto für die COVID-19 Notlage in Italien gemäß dem Dekret Nr. 18 vom 17.03.2020 (sogenanntes Dekret „Cura Italia“) eingerichtet. Spenden können durch Banküberweisung aus Italien und dem Ausland auf folgendes Konto überwiesen werden:

Kontoinhaber: Pres. Cons. Min. Dip. Prot. Civ.
Bankinstitution: Banca Intesa Sanpaolo Spa
Filiale di Via del Corso, 226 – Roma
IBAN: IT84 Z030 6905 0201 0000 0066 387
BIC: BCITITMM
Verwendungszweck: Emergenza Coronavirus

Wir danken unseren Kirchen, die allabendlich mit ihren Glockengeläut zum Gebet einladen und möchten konfessionsübergreifend dazu einladen. Zünden sie eine Kerze im Fenster zum Zeichen der Verbundenheit an und bleiben Sie gesund.

Herzliche Ostergrüße und einen friedvollen Ostermontag im Kreise Ihrer Familie

Im Namen des Rosbacher Ortsverbands von Bündnis 90/Die Grünen

Michaela Colletti

Michaela Colletti

michaela.colletti@gruene-rosbach.de
Vorstandssprecherin
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Ortsverband Rosbach

(Tel. 06003-6277)

Anträge für die Stadtverordnetenversammlung 18.02.2020

Wir haben einen Antrag gestellt, dass die Stadt Rosbach KOMMBIO beitritt, um die biologische Vielfalt in unserer Gemarkung bewahrt und gestärkt wird.

Ein weiterer Antrag soll zur Verkehrsberuhigung im Altstadtbereich von Ober-Rosbach die Bürger entlasten.

Die Anträge können in den nächsten Tagen im Bürgerinformationssystem der Stadt Rosbach eingesehen werden.

Betina

 

Grüner Stammtisch Mittwoch 19.02.2020 20 Uhr

Liebe Interessierte,
es ist wieder soweit, unser nächster Offener Grüner Stammtisch findet statt am Mittwoch 19. Februar, um 20:00 Uhr in der Gaststätte Stadt Rosbach in Nieder-Rosbach. Neben Anregungen und Themen, die jede/r Interessierte mit- und einbringen kann an diesem Abend, geht es dieses Mal um das Thema Giftfreies Rosbach? – Kommunen für biologische Vielfalt e.V.
In ihrem neuen Buch vertritt Dr. Vandana Shiva die These „Eine andere Welt ist möglich.“ Im Januar war die Umweltaktivistin und Preisträgerin des Alternativen Nobelpreises zu Gast in Elsenfeld bei Aschaffenburg. Organisiert wurde der Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde vom Aktionsbündnis „Giftfrei im 3Ländereck e.V.“, das sich für eine Pestizid-freie Region einsetzt. Dr. Shiva schilderte die dramatische Realität in Indiens Landwirtschaft. Pestizide und Gentechnik treiben viele Kleinbauern in den Ruin. Von 2006 bis 2016 haben in Indien 142.000 Bauern Selbstmord begangen. Die Situation in Deutschland ist sicherlich weniger dramatisch, doch auch hierzulande kämpfen viele Landwirte um den Erhalt ihrer Existenz und Pestizide bedrohen das ökologische Gleichgewicht. Wir müssen die Landwirte unterstützen und die Artenvielfalt wahren. Das ist eine komplexe Aufgabe, die keinen Aufschub gestattet.

Laut einer Studie des BUND sind in „Europa etwa 150 verschiedene Nutzpflanzen und rund 80 Prozent der Wildpflanzen abhängig von der Bestäubung durch Insekten. Der monetäre Wert der Insekten-Bestäuberleistung in Europa beträgt etwa 14,2 Milliarden Euro pro Jahr.“

Auf Empfehlung des BUND Rosbach werden die Rosbacher Grünen in der nächsten Stadtverordnetenversammlung den Beitritt der Stadt Rosbach zum Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“, einem Zusammenschluss von im Naturschutz engagierten Kommunen, beantragen.

Wir freuen uns über eine rege Teilnahme, gerne dürft Ihr diese E-Mail an weitere Interessierte weiterleiten.

Herzliche Grüße
Michaela Colletti
Betina Quägber-Zehe M.A.
BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN
Ortsverband Rosbach
Tel. 06003-6277

Der Nieder-Rosbacher Bücherschrank steht!

Der Nieder-Rosbacher Bücherschrank steht

Die städtischen Gremien haben kürzlich beschlossen, in den Ortseilen Bücherschränke aufzustellen. Der Grundgedanke ist einfach: Wer Bücher, die auch andere interessieren könnten, nicht mehr braucht,  stellt sie in einen öffentlichen Schrank. Dort kann jeder Bücher entnehmen, auf Zeit oder auf Dauer.

Mitglieder des Ortsbeirats haben zunächst nach einem Standort gesucht. Dank der Unterstützung von NORMA wurde man schnell fündig: Im Eingangsbereich des Supermarkts. In einer Gemeinschaftsaktion wurden die Bretter (massive europäische Buche) beschafft, gestrichen und aufgebaut. Und schon stellten sich die ersten Buchspender ein.

Erster Stadtrat Heinz Sill (rechts im Bild) stellte als erstes Buch das Grundgesetz ein mit den Worten: „Dieses Gesetz hat uns unendliche Freiheiten und soziale Sicherheit gebracht. Gerade heute sollten wir daran denken, diese Rechte gegen alle zu verteidigen, die daran rütteln“.

Von links nach rechts: Betina Quägber-Zehe M.A. und Michaela Colletti, Bündnis 90/Die Grünen, Frau Weckesser NORMA Rosbach, Herr Dr. Volker Hoffmann, Ortsvorsteher im Blaumann, FDP, Herr Heinz Sill, 1. Stadtrat, SPD und Gerhard Metzger, FWG. Eine wahre interfraktionelle Zusammenarbeit!